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PROZESS+AUTOMATION

Formular, Kontaktliste, CRM — warum dieselben Daten oft dreimal erfasst werden

Es gibt eine Art von Arbeit, die in keinem Kalender steht und trotzdem fast jede Woche wiederkehrt. Jemand trägt sich auf Ihrer Website ein, und Sie übertragen seine Angaben anschliessend selbst dorthin, wo sie gebraucht werden. Ich sehe das in beinahe jedem Betrieb, den ich mir zum ersten Mal ansehe — und meistens fällt es niemandem auf, weil es ja nur ein paar Minuten dauert.

26. August 2026 4 Minuten Staffel PROZESS+AUTOMATION

Wenn ich mit einem neuen Kunden ein Prozess-Audit mache, zeichne ich als Erstes den Weg auf, den eine einzelne Anmeldung bei ihm nimmt.

Der Weg sieht fast immer gleich aus. Ein Interessent, Kunde oder Patient füllt auf der Website das Kontaktformular aus oder trägt sich für einen Termin ein. Daraufhin bekommt beispielsweise die Büroleiterin eine Benachrichtigung per E-Mail, Name und Adresse werden kopiert und in die Kontaktliste übertragen — bei den einen ist das eine Excel-Tabelle, bei den anderen ein Programm für den Versand von Nachrichten. Wird aus dem anfangs noch gesichtslosen Eintrag mit der Zeit ein möglicher Kunde oder Patient, wandert dieselbe Person ein zweites Mal ins System: diesmal ins CRM, also in das Programm, in dem Kundenbeziehungen gepflegt werden.

Dieselbe Angabe geht auf diesem Weg durch mehrere Stationen — Postfach, Liste, Kundendatei — und an jeder liegt sie in Ihren Händen oder denen Ihres Mitarbeiters. Bei einer Anmeldung in der Woche fällt das kaum ins Gewicht. Bei zwanzig im Monat sind es allerdings schon sechzig Handgriffe, und jeder einzelne davon setzt voraus, dass gerade jemand Zeit dafür findet.

Drei getrennte Programmkarten — Formular, Umschlag und Kontaktkarte — ohne Verbindung dazwischen
DIE LÜCKE

Wo dabei etwas verloren geht

Die Zeit ist dabei aus meiner Sicht noch der geringere Verlust. Schwerer wiegen die Stellen, an denen die Übergabe misslingt, ohne dass es überhaupt jemandem auffällt.
Verrutscht vielleicht beim Abtippen ein Buchstabe in der Adresse, geht Ihr nächster Newsletter ins Leere, und weil niemand eine Fehlermeldung bekommt, bleibt es unbemerkt. Oder es ist einer jener Tage, an denen mehr Betrieb war als geplant. Aus meiner Zeit als Marketingleiterin eines Ärztezentrums mit 23 Praxen kenne ich das gut: Die Anmeldungen bleiben im Postfach liegen, denn am nächsten Morgen liegen bereits neue Nachrichten obenauf, und der gerade erst gewonnene Kontakt rutscht nach unten, bis er aus dem Blick gerät.
Am meisten kostet und zählt dabei aber vermutlich die Wartezeit, die dabei aufseiten des Interessenten entsteht. Wer sich einträgt, hat in diesem Moment Interesse. Kommt Ihre erste Rückmeldung möglicherweise erst vier Tage später, ist dieser Moment oft schon vorbei. Die wenigsten Ihrer Interessenten sagen Ihnen das — sie melden sich einfach nicht mehr. Und damit geht ein Kontakt verloren, den Sie gerade erst gewonnen hatten.

Ein Ablauf, den ein Mensch selbst ausführt, ist immer nur so verlässlich wie der Tag, an dem er dazu kommt.

DIE RECHNUNG

Warum die Wiederholung mehr kostet als der einzelne Handgriff

Und nicht selten kommt in Gesprächen mit meinen Kunden an dieser Stelle der Faktor Zeit auf den Tisch, und das mit gutem Grund: Die Patientenbetreuung in der Praxis hat selbstverständlich Vorrang, denn der Betrieb läuft nicht nebenher.

Wenn ich dann die gewohnten manuellen Tätigkeiten mit meinen Kunden durchrechne, schauen wir zuerst auf die Minuten. Fünfzehn in der Woche klingen nach wenig. Über ein Jahr gerechnet sind es allerdings rund dreizehn Stunden, die für das Abtippen von Angaben draufgehen, die eigentlich schon in digitaler Form vorliegen — nur eben im falschen Programm.

Wichtiger als diese Rechnung ist mir jedoch etwas anderes: Ein Ablauf, der an einer einzelnen Person hängt, läuft nur, solange diese Person auch da ist. In einer Woche mit vollem Terminkalender bleibt dieser wichtige Ablauf meist ebenso liegen wie in den Ferien. Und fällt diese Person einmal ganz aus, weiss vermutlich niemand sonst, welche Schritte an welcher Stelle nötig wären, weil sie nirgends festgehalten sind. Das habe ich öfter erlebt, als mir lieb ist.

DIE URSACHE

Woran es tatsächlich liegt

Der erste Gedanke ist meist, man müsse sich einfach besser organisieren. Ein fester Zeitpunkt am Morgen, an dem die neuen Kontakte nachgetragen werden. Das hält möglicherweise einige Wochen, bis eine Woche mit zu viel Betrieb dazwischenkommt und der Rückstand wieder da ist. Ich habe bisher niemanden getroffen, bei dem dieser Vorsatz auf Dauer gehalten hätte — und das liegt nicht an der Disziplin.

Denn die eigentliche Ursache liegt eine Ebene tiefer: Zwischen Ihrem Formular und Ihrer Kontaktliste besteht keine Verbindung, und zwischen dieser Liste und Ihrer Kundendatei ebenso wenig. Diese Lücken füllen heute Sie, mit Ihrer Aufmerksamkeit. Und solange die Lücken bestehen, bleibt jede Regel, die Sie sich vornehmen, eher eine Zwischenlösung.

Darin liegt zugleich die gute Nachricht. Der Weg, den ein Interessent bei Ihnen zurücklegt, ist jedes Mal ungefähr derselbe: Er trägt sich ein, bekommt eine Bestätigung, erhält in den Tagen darauf die Informationen, die zu seinem Anliegen passen. Und in der Regel meldet sich Ihr Interessent zuverlässig wieder, wenn er so weit ist, über eine Zusammenarbeit zu sprechen oder einen Termin in der Praxis auszumachen. Ein Ablauf, der sich in dieser Form wiederholt, lässt sich beschreiben — und was einmal beschrieben ist, können Ihre Programme untereinander übernehmen.

Und so verschiebt sich Ihre Aufgabe vom Ausführen zum Festlegen. Sie entscheiden einmal, wie dieser Weg aussehen soll, und danach läuft er für jeden neuen Kontakt gleich ab, auch an einem Freitagnachmittag.

WAS SICH ÄNDERT

Vier Handgriffe, die dann wegfallen

Denn was ein verbundener Ablauf Ihnen und Ihren Mitarbeitern abnehmen kann, lässt sich recht genau benennen:

  • das Übertragen der Angaben von einem Programm in ein anderes,
  • das Nachpflegen von Kontakten, die im Postfach liegen geblieben sind,
  • die Bestätigung an den Interessenten, die heute wartet, bis jemand dazu kommt,
  • das Eintragen in Ihre Kontaktliste und, sobald daraus ein möglicher Kunde oder Patient wird, die Weitergabe in Ihre Kundendatei.

Damit jedoch Ihr Formular Ihrer Kundendatei etwas mitteilen kann, braucht es einen Weg zwischen beiden. Die meisten Programme, mit denen ich arbeite, bringen dafür bereits eine Schnittstelle mit, und wo eine fehlt, lässt sich der Weg meist über einen kleinen Zwischendienst herstellen. Wie das genau aussieht und warum es ohne eigene Programmierung auskommt, zeige ich Ihnen im nächsten Beitrag dieser Staffel.

Viele Grüsse, Ihre Sabrina Nicklas

DER GANZE ZUSAMMENHANG

Prozesse und Automation für ein Marketing, das ohne Sie weiterläuft

Wie aus einzelnen Verbindungen nach und nach ein durchgehender Ablauf wird, welche Rolle Klick-Tipp als Drehscheibe für Ihre Kontaktdaten dabei spielt und worauf es aus datenschutzrechtlichen Gründen ankommt, lesen Sie im Überblick.

Zu PROZESS+AUTOMATION → 

DIE STAFFEL

Vier Beiträge, die aufeinander aufbauen

Beitrag 1 · Sie lesen ihn gerade

Formular, Kontaktliste, CRM — warum dieselben Daten oft dreimal erfasst werden

Das Symptom — warum dieselbe Angabe dreimal durch Ihre Hände geht.

26.08.2026

Beitrag 2 · Mechanik

Was ist ein Webhook? Die Verbindung, die Ihre Systeme sprechen lässt

Die Mechanik — wie ein Programm dem anderen ein Ereignis meldet, ohne dass jemand nachfragt.

folgt am 09.09.2026

Beitrag 3 · Weg

Tags statt Listen — wie ein Kontakt seinen Weg durch Ihr System findet

Der Weg — wie Merkmale am Kontakt steuern, was er als Nächstes bekommt.

folgt am 23.09.2026

Beitrag 4 · Brücke

Wo jede Automation beginnt: das Formular auf Ihrer Website

Die Brücke — warum jede Automation an einer einzigen Stelle Ihrer Website anfängt.

folgt am 07.10.2026

NICKLAS+NICKLAS

Der erste Schritt

Falls wir uns noch nicht kennen: Ich bin Sabrina Nicklas. Ich begleite Praxen und inhabergeführte Betriebe in der Schweiz und in Deutschland bei Marketing, Website und den Abläufen dahinter — als feste Ansprechpartnerin, nicht als Agentur mit wechselnden Gesichtern.

Wenn Sie wissen möchten, wie viele Anfragen Ihnen heute unterwegs verloren gehen, fangen wir mit einem kostenlosen Prozess-Audit an. Ich zeige Ihnen, wo Ihre grössten Lücken sind und was für Sie der sinnvollste nächste Schritt ist.

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